Verfasst von: tobiashaecker | Dezember 29, 2009

zum neuen Jahr!

Liebe Leser,

das Jahr 2009 geht nun zu Ende. Nach jetzt 363 Tagen wurde es auch langsam Zeit.

Aber irgendwie regt das Jahresende alle jedes Jahr dazu an, über das alte Jahr zu sinnieren, sich Vorsätze für das neue Jahr zu machen (die aber beim Silvesterrausch meist wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht werden) und man sieht sich massig  Jahresrückbliche im TV an, die dort inflationär mit gleichem Inhalt aber wechselnden Moderatoren ausgestrahlt werden.

Die meisten Jahresendungen habe ich verpasst. Auch bin ich kein Freund von guten Vorsätzen und groß rumsinnieren mag ich auch nicht. Aber da ich im Januar (damals noch auf myspace) mit dem bloggen angefangen habe, wäre vielleicht ein kurzer Rückblick auf „saxophonistisches“ legitim.

Ich habe ja schon neulich voll Stolz erzählt, dass der Blog kontinuierlich. So kann ich sogar eine leichte Steigerung im Dezember zum Vormonat verzeichnen trotz der Feiertage, an dem die Menschen endlich mal den Rechner ruhen lassen.
Ich denke, dass auch eine Lernkurve festzustellen ist. Ich finde meine letzten Texte deutlich lesbarer als meine ersten und so langsam scheint sich ein gewisser Stil heraus zu bilden. Würde sich doch bloß auch meine Orthographie so entwickeln. (ich suche immer noch einen ehrenamtlichen Lektor).

Ich möchte mich nochmal bei meinen treuen Lesern bedanken, denn ohne diesen Zuspruch hätte garantiert hier schon aufgehört zu schreiben. Daher habe ich mir als einer der wenigen guten Vorsätze, die ich mir mache, vorgenommen, euch auch weiter mit Lesefutter zu versorgen. Das ist manchmal gar nicht so leicht, genug Zeug zu finden über das man schreiben kann und sich dann auch das lesen dessen noch lohnt. Ihr habt ja gesehen, der Dezember war ein bissle mau. Aber was ich sonst noch versprochen habe, wird dann halt Anfang 2010 kommen.
Tatsächlich lag etwas saxophonistisches unterm Weihnachtsbaum und das führte zu einem größerem Test der so gut wie fertig ist und die Tage kommt.

Also, ich wünsche Euch einen guten Rutsch und alles gute für das Jahr 2010

Euer
Tobias

Verfasst von: tobiashaecker | Dezember 23, 2009

Frohe saxophonistische Weihnachten

Liebe Leser,

wer kennt das nicht, den Vorweihnachtsstress. Geschenke kaufen, Glühweintrinken, Weihnachtsmarktmucken spielen während die Hände zufrieren, die Stadt ist überfüllt, von über all her ertönt inflationär „Last Christmas“, Plätzchen backen, zur Familie fahren. Aber je stressiger die Vorbereitung desto entspannender die eigentlich Weihnachtstage, oder?
Jedoch Blogschreiben gehört nicht wirklich zu den weihnachtlichen Aktivitäten, weshalb neue Artikel im Dezember genauso wie offene Eisdielen zur Mangelware gehören. Dennoch, sozusagen als kleinen Gruß in die Ferien, eine weitere Liste kurioser Googlesuchanfragen, die ich in den letzten Monaten gesammelt habe, mit denen man meinen Blog gefunden hat. Vielleicht liegt ja unter meinem Weihnachtsbaum irgendwas saxophonistisches über das ich dann über die Feiertage etwas schreibe ;-)

Da bleibt mir noch, euch allen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit zu wünschen.

Euer Tobias

Verfasst von: tobiashaecker | Dezember 23, 2009

weitere merkwürdige google-Funde

dehnen erotisch
stuhl beim frauenarzt forum
welcher nachname passt du kenny
berühmter farbiger saxophonist   (80% aller berühmten saxophonisten sind farbig)
grosser durchziehwischer steckt im s bogen
erotisch hintergrund
putztuch steckt im instrument
luft kommt beim saxophon spielen raus   (wäre schlimm wenn nicht)
wie heisst das diese kabel beim saxophon
sail along silvery moon kostenlose noten   (würde ich nicht mal umsonst haben wollen)
erotisches kino
saxophon leise üben   (wer macht den sowas?)
wie funktioniert ein saxophon?   (oben reinpusten und Klappen drücken)
mini saxophon witz    („Geht ein Saxophonist an einer Bar vorbei“)
spezifisches gewicht karbon   (M=14 g/mol)
rythmisches vibrieren im bauchraum
nippelklemmen
wie werd ich saxophon profi?   (Üben, üben, üben und meinen Blog lesen!)
pissoire saxophon
schneidezähne erotisch   (das kann doch nur ein Zahnarzt gesucht haben)
was ist eine blattschraube   (warum schreiben die Leute so oft echte Fragen bei Google)
wie viele schrauben saxophon    (bei meinem 85)
nackte bands   (wegen so etwas bin ich aus einem Forum geflogen)
es gibt zuviele saxophonisten   (genau, zu viel Konkurrenz!)
woher stammt der name es-saxophon?
saxophon wie file töne gibt es   (und ich dachte meine Rechtschreibung sei schlimm)
saxophon „keine ahnung“
klingende saxopfone
der weg saxofon   (klingt philosophisch, Zen-Sax?)
leder poltermöbel in belgien grenznah
deep v hals   (das heißt „deep throat“)
asiaten näseln
saxophon für frauen

Verfasst von: tobiashaecker | Dezember 14, 2009

Saxo Colores – Ligature oder Sextoy?

Neulich bin ich bei Ebay auf etwas kurioses gestoßen. Betitelt wurde der Artikel als „Saxo Colores Zwinger“. Es ist ein Ring aus Silikon der eher an ein Penisring aus dem Sexshop erinnert aber tatsächlich fürs Sax sein soll. Es handelt sich also um einen weiteren Vertreter auf dem Blattschrauben Markt. (Ich ahne schon, dieser Artikel wird zu einer Menge GoogleTreffern führen)
Ob es sich nun um eine brauchbare Ligature oder doch nur ein Sextoy handelt werde ich hier prüfen.
Ich muß sagen, dass ich im Vorfeld etwas skeptisch war, ob die Teile wirklich halten, genug Druck auf das Blatt ausüben, oder ob dieses ständig verrutscht. Außerdem gibt es diese in verschiedenen Farben, die auch noch unterschiedlich klingen sollen und somit auch passende Namen tragen: Swing (silber Glitter), Jazz (goldener Glitter), Blues (blauer Glitter (wie passend)) und Klassik (schwarz).
Natürlich habe ich dann gleich alle 4 zum Testen geordert. Bei einem Stückpreis von 12 Euro war das sogar mir, einem Studenten, möglich.

Bei „Zwinger“ scheint es sich um eine unglückliche Übersetzung von Ligature zu handeln. Da Zwinger mir deutlich zu martialisch klingt werde ich beim inzwischen üblichen Anglizismus „Ligature“ bleiben.
Auch merkwürdig fand ich etwas, dass der Händler mir keine Auskunft über den Hersteller geben wollte. Ich weiß nur, dass es aus der Gegend von Louisana kommen soll. Dort ist zwar auch der Saxequip-Guru Steve Goodson ansässig, aber von ihm scheint die Saxo Colores nicht zu kommen, denn ansonsten gäbe es dazu schon massig Vids von Steve in schlechter Qualität und auf SOTW würde man sich die Münder über diese Ligature verreißen. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, die Schraube scheint weitestgehend noch unbekannt zu sein. Vielleicht ein Kaufgrund für den ein oder andern Saxequipment-Trendsetter.

Allerdings sieht die Ligature auch eher noch nach Heimarbeit aus. Daher nehme ich an, dass ein Tüftler eine gute Idee hatte und diese nun im kleinen Rahmen verkauft. Besonders kompliziert scheinen die Saxo Colores in der Herstellung nämlich nicht zu sein. Silikonmasse über ein Rohr gegossen, trocknen lassen, abziehen, schneiden, fertig. Für die besondere Optik scheint das Barbie-Glitzergloss-Arsenal der Tochter mit in den Teig reingemixt worden zu sein. Jedes Sexshopprodukt sieht hochwertiger aus. (Nicht das ich mich da auskennen würde)
Haben die Verschiedenen Glitter wirklich eine Soundeinwirkung? Insider wissen, dass die Zahnspangengoptik der ESM-Mundstücke auch nicht nur optischer Natur ist und ich bin der letzte, der da all zu skeptisch ist, denn durch mein Rumgeteste (siehe fast der gesammte restliche Blog) habe ich festgestellt, dass selbst die unwahrscheinlichsten Kleinigkeiten einen Einfluß haben können.
Aber neben den Glitterfarben gibt es auch noch andere Unterschiede unter den verschiedenen Colores. Die Swing ist vom Material etwas weicher, die Jazz hat innen ein paar eingeschnitzte Rillen auf der Blattauflage, die Klassik hat gar keine Blattauflage, abgeflachtere Enden und wirkt am härtesten und die Blues scheint so das Mittelding zu sein. Ob es nun wirklich Klangunterschiede gibt verrate ich erst gegen Ende des Artikels.
Insgeammt macht die Ligature nicht den professionell gefertigsten Eindruckt wie z.B. eine Vandoren Optimum. Andererseits  macht  das die Francois Louis Ultimate Ligature auch nicht. Aber mit 12 Euro dürfte Sie die günstigste Variante auf dem Schraubenmarkt sein, da will man mal nicht so pingelig sein und von ein bissle Abstand sehen die Dinger auf den Mundstücken unglaublich Spaßig aus. Fragende Sprüche von den Saxkollegen sind garantiert (was ja für manche Saxophonisten ein Hauptgrund für immer neues Equipment ist)!

Das Handling ist simpler als gedacht. Blatt anlegen und Ligature drüber stülpen. Bei Mundstücken die schmaler sind als Böhmklarinetten-Mundstücken wird es eng, bzw die Ligature zu weit. Bei allem was größer als ein KautschukTenormundstück ist, wird es schwer, diese Schraube noch überziehen zu können. Am besten sitzt die Colores auf Alto-HR-Mundstücken (HR=HardRubber=Kautschuk). Das Über und ab ziehen ist zwar an sich einfach, allerdings braucht man dafür schon zwei Hände und ein paar Sekunden bis alles sitzt. Da gibt andere Schrauben. Z.B. bei der Magnitone, welche (wenn einmal eingestellt), sofort sitzt.
Einmal alles an seinem Platz, hält die Colores das Blatt aber gut. Das Blatt kann zwar etwas hin und her rutschen ist mir aber beim Spielen noch nicht passiert. Auch Nachstimmen ist deshalb kein wirkliches Problem.
Bedenken habe ich, dass die Colores evtl. mit der Zeit ausleiert und an Spannung verliert, aber das wird wohl nur ein Langzeittest zeigen. Bei der Ligature, die ich für mein Tenormundstück benutze, meine ich schon, Schwangerschaftsstreifen entdeckt zu haben.

Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass natürlich keine normale Kappe auf das Mundstück passt, wenn die Colores drauf ist. Generell halte ich den Umgang ohne Kappe immer für unnötig riskant. Zu oft habe ich erlebt, dass bei Proben (und wenn man das Sax auch nur kurz aus den Augen lässt) jemand aus Versehen anstubst und Blätter sind sowieso so zerbrechlich. Gepaart mit Murphys Gesetz kann das bei einem Auftritt eine üble Sache sein. Daher rate ich, dass man sich zur Saxo Colores gleich noch eine passende Smart Cap (auch wenn sie nicht immer die beste Lösung ist) von Francois Louis besorgt. Tatsächlich gibt auch diese in verschiedenen Farben, man kann sie also farblich zur Colores abstimmen.

Die Ansprache finde ich besonders interessant. Sie erinnert ein wenig an die Lederligaturen. Zwar ist die Ansprache nicht so schnell und direkt wie bei einer Blechklemme dafür aber irgendwie organischer und fühlt sich natürlicher an. Davon bin ich zur Zeit recht begeistert.
Zweifel hatte ich auch, ob dieses elasitische Material genug Druck für die hohen Töne bietet und das Blatt wegbricht. Dem ist nicht so. Die vier Oktaven erreiche ich genauso gut wie mit meinen anderen Highendklemmen.

Genauso skeptisch war ich, ob die Colores wie die Lederschrauben nicht zu viel dämpft. Tut sie aber nicht. Das Silikon verhält sich eher wie eine Art Flummi. Der Sound ist aber wie zu erwarten recht rund. Alle Metallklemmen wirken im Vergleich resonanter und haben somit ein etwas ausgeprägteres und spitzeres Frequenzspektrum. Bei der Colores geht es etwas in die Breite ohne dabei zu dunkel oder dumpf zu werden. Aber wer eine Ligature sucht, die klarer und durchsetzungsfähiger ist und einen kleinen Extra Kick im Sound hat, sollte vielleicht doch eher bei den Metallklemmen bleiben. Daher weiß ich auch noch nicht, wie lange die Colores auf meinen Mundstücken bleibt.
Und nun lüfte ich, ob es Unterschiede zwischen den verschiedenen Colores gibt. Ja, gibt es. Zwar nicht besonders deutliche aber durchaus wahrnehmbar.
Die Swing (Silber) ist die dunkelste, wahrscheinlich weil sie auch die weicheste ist. Die Jazz (Gold) klingt etwas resonanter, was vielleicht durch die Rillen zustande kommt. Die Blues (Blau)  ist irgendwie auch klanglich das Mittelding; im Vergleich minimal heller und lauter. Ich hätte sie ja „Rock“ genannt, aber da lag die Farbassoziation wohl näher. Die Klassik (Schwarz) entspricht wirklich ihrem Namen; braver und kompakter als die anderen.

Ich habe diese Ligature nun übrigens auch in den großen Blattschraubenreport übernommen. Dort könnt ihr wenn ihr wollt, die Colores mit sonstigen Schräubchen vergleichen.

Mein Gesamturteil ist etwas durchwachsen. Klanglich ist die Saxo Colores durchaus brauchbar aber auch nichts wirklich besonderes. Das Handling ist OK, aber auch da gibt es Ligatures die schneller und unkomplizierter sind. Das eine große Plus ist halt, dass es ein sehr witziges Objekt ist die wirklich spacig auf den Mundstücken aussieht. Das andere Plus ist der Preis. Mit 12 Euro ist die billigste auf dem Klemmenmarkt und somit mal ein günstiges „Gadget“ für die experimentierwütigen Saxequipmentfetischisten (so wie ich einer bin). Für welche Version man sich man entscheiden soll würde ich eher von der zum Sax/MPC passenden Farbe und nicht unbedingt von den Soundunterschieden abhängig machen. Sie sind nicht so groß, dass sich wirklich 4 Versionen lohnen.
Bei mir sind die 4 Colores, die ich bestellt habe alle in Verwendung allerdings weiß ich nicht für wie lange, denn wenn ich ehrlich bin, bin ich vor allem aus optischen Gründen von diesen „Zwingern“ angetan.

Verfasst von: tobiashaecker | Dezember 1, 2009

Saxophonistisches wächst!

Liebe Leser,

mein Blog scheint sich bei euch immer größerer Beliebtheit zu erfreuen, den die Besucherzahlen steigen kontinuierlich.
Dafür möchte ich mich bei euch bedanken, denn das ist neben den vielen Kommentaren und Gästebucheinträgen für mich ein ziemlich großes Lob für das Zeug,s das ich hier so verzapfe.

Daher hatte ich im November ein paar neue Besucherrekorde. Am 22. hatte ich sage und schreibe 615 Besucher an einem Tag. Somit war auch Kalenderwoche 47 mit 2390 Klicks eine neue Bestmarke und im ganzen Monat waren es insgesamt 7839. Das macht im Durchschnitt um die 260 täglich. Und wie gesagt: Tendenz steigend. Mal sehen, wie lange das so bleibt.
Wenn ich mich mal ein wenig aus dem Fenster lehne, würde ich meinen, dass nach den beiden Foren, dieses Blog vielleicht die meistbesuchte deutschsprachige Saxophonseite sein könnte. (eventuell könnten ein/zwei Webshops noch besser besucht sein). Vielleicht ist es aber auch eher Wunschdenken.
So ganz nebenbei habe ich immer eine Besucherzahlspitze Montags festgestellt, vor allem Vormittags. Wie das wohl kommt (-;

Es hat sich aber auch einiges angesammelt. 64 Artikel (die Übersicht ist dementsprechend unübersichtlich) in 13 Kategorien mit 192 Kommentaren.

Ansonsten habt Ihr vielleicht mein neues Layout bemerkt. Ich finde es insgesamt etwas übersichtlicher und angenehmer fürs Auge, obwohl ich glaube, dass die Schrift jetzt kleiner geraten ist. Keine Ahnung, wie man das hier einstellt. Aber wie heißt es in einer Autowerbung? „Blau macht glücklich!“

Was kommt im Dezember? Vielleicht kommt diesen Monat noch der Test zu den Branchersaxophonen. Hoffentlich findet Volker etwas Zeit dafür. Ich bekomme diese Woche ein paar Blattschrauben, die ich neu im Netz gefunden habe und ggf. schaffe ich vor Weihnachten noch einen Test zu einer besonderen Blattmarke. Und ich habe weitere lustige google-Suchanfragen gesammelt. Aber ich will nicht zu viel verraten.

In diesem Sinne

Euer
Tobias

Verfasst von: tobiashaecker | November 23, 2009

Der Saxständer-Transformer von Hercules

Heute ein weiterer Testbericht über einen Saxophonständer der zusammenklappbar im Becher transportierbar ist. Wie einige es vielleicht noch in Erinnerung haben, war ich im Nachhinein mit der neuen Variante des mobilen Ständers von K&M, dem „Jazz“, doch nicht ganz zufrieden. So bin ich dann vor kurzem auf eine weitere Alternative zu diesem Ständer gestoßen. Es lohnt sich, den alten Test zum „Jazz“ nochmal kurz zu überfliegen, da ich hier öfters Vergleiche zu den direkten Konkurrenten machen werde.

Nach dem Umzug nach Bremen war auch quasi ein Antrittsbesuch bei meinem neuen „Local Dealer“ Pflicht für mich. In dem gemütlichen Räumen von KlarinettenMüller und ich fing an mit Mitarbeitern über dies und das zu fachsimpeln und alles auszutesten, was sie so da hatten (ich glaube ich ging den guten Menschen min. eine Stunde auf die Nerven).
So ist mir dann dort auch der Hercules TravLite Saxophone Stand DS430B aufgefallen. Wie bereits schon erwähnt, ist sein besonderer Clou, dass man ihn so zusammenfalten kann, dass er in den Becher des Saxophons rein passt, und somit ideal zu transportieren ist. Normale Saxophonständer sind ja meist eher von sehr klobiger und sperriger Natur. Damit steht der Hercules in direkter Konkurrenz zu Ständern „Saxxy“ und „Jazz“ von K&M.

Woher die Firma Hercules stammt konnte ich nicht raus bekommen. Der Name ist wohl ein Anspielung darauf, dass die Produkte genauso stark/standsicher sind wie der antike griechische Halbgott Herakles. Da wäre eigentlich der Name „Atlas“ passender, der ja bekanntlich als Strafe den ganzen Himmel auf ewig tragen muß (Obwohl, Herakles das auch kurz gemacht hat, aber das ist eine andere Geschichte).
Kurios finde ich, dass einer ihrer deutschen Endorser das Comedypärchen Mundstuhl ist.
Die Produkte selber werden in China hergestellt, genauer gesagt Tianjin, was zufälligerweise auch der Geburtsort meiner Freundin ist. Folgender Dialog entwickelte sich daraus (hier in Lautschrift):
„Hey, sag mal, du kommst doch auch aus Tiangjang?“ „Das heißt Tienjin.“ „Tanjing?“ „Nein, Tienjin!“  „Tangtang?“ „Tienjin“ „Tieinien“ „TIENJIN“ „Sag ich doch die ganze Zeit!

Zurück zum Ständer selber. Mit dabei, ein schwarzer Samtbeutel zur Aufbewahrung, damit das Sax innen nicht zerkratz. Die Verarbeitung und das Material des Ständers machen für mich einen sehr ordentlichen Eindruck. Allerdings so ganz an das deutsche K&M Niveau kommt es nicht ganz.
Dennoch finde ich das Design sehr gelungen. Es wirkt deutlich filigraner als der massive Jazz und sonstige normale Ständer. Zwar nicht ganz so durchgestylt wie dieser jedoch deutlich mehr als der Saxxy. Er ist auch nicht ganz so ausladend wie die Jazzs, was bei kleinen engen Bühnen schon mal ein Vorteil sein kann.

Alles was ich an dem „Jazz“ bemängelt hatte, scheint Hercules umgesetzt zu haben. Der Gabelüberzug ist deutlich griffiger, unten gibt es eine bessere Auflage und die Gabel selber arretiert sich. Beim Jazz hatte ich es öfters mal, dass sich beim Herausnehmen ein Arm nach oben stellte und ich es beim Zurückstellen fast nicht bemerkt hätte.

Das Auf und Abbauen folgt einem ganz anderen Prinzip als bei K&M. Dort muß man erst aufschrauben (beim Saxxy fand ich das noch nicht so gelungen gelöst), aufschrauben und wieder zudrehen, fertig.
Beim Hercules sind es ca. doppelt so viele Handgriffe. Das macht aber nichts, da diese mir viel mehr Spaß machen als das Geschraubsel. Man entwickelt eine gewisse infantile Freude beim Klick, Klack, Klick und Einrasten der ganzen technischen Raffinessen. Es ist so, als würde man mit einem Transformer spielen.
Ein weiterer Clou ist es, dass dieser Ständer sowohl für Alt als AUCH Tenor gedacht ist. Der Steg ist ausziehbar. Clever!
Demzufolge ist die Gabel für Altos auch etwas weit (wie bei normalen Ständern auch), ist aber egal, da der Gabelüberzug sehr griffig ist und somit das Alt nicht rutscht.
Das Tenor sitzt perfekt darin. Da nun der Ständer sehr filigran ist, schwingt er mit dem Tenor auch etwa hypnotisch, wenn man ihn ansößt. Es besteht aber kein Erhöhtes Risiko, dass das Sax dabei um- oder rausfällt, zumindest bei mir. Aber mal sehen, was der Langzeittest bringen wird. Anscheinend scheint der Ständer zumindest nicht für alle Saxophone ideal zu sein, denn von Hercules selber hat gemeint, dass einige Kunden nicht ganz zufrieden war.
Allgemein halte ich ihn jetzt für deutlich sicherer als den Jazz oder gängige 08/15 Ständer. Aber mal sehen, was der Langzeittest bringen wird.

Zwar ist der Hercules, da er auch ins Alto passen muß, deutlich kleiner als der Tenorjazz, jedoch auch deutlich schwerer. 490g sind fast ein halbes Kilo, dass man im Koffer schleppen muß. Da klingt zwar wenig, aber einem Saxophonisten muß ich nicht erzählen, wie schwer so ein Koffer mit viel Gedöns drinnen werden kann.

Preislich liegt er mit 37€ in etwa genau so wie die K&M Produkte. Halte ich für angemessen. Leider habe ich diesen Ständer bei keinem meiner anderen Händler gesehen außer halt bei meinem neuem: KlarinettenMüller. Dort kann man ihn auch über Versand erwerben. Auch ansonsten scheint mir der Laden freundlich und kompetent. Also grüßt von mir, wenn ihr dort bestellt.

Fazitös würde ich sagen, der Ständer ist sehr zu empfehlen (mal schauen, was beim Langzeittest raus kommt) und irgendwie ist der kleine Hercules ein sehr witzig Objekt. Auch wenn es hier so klingt mag, muß man allerdings seine vorherigen Ständer nicht sofort ad acta legen. Auch der Jazz und Saxxy sind eigentlich gut und ich würde fast meinen, dass im Endeffekt vielleicht sogar eher eine Frage des Geschmacks ist, welchen Ständer man besser findet. Dennoch wandert mein alter jetzt in die Kleinanzeigen, denn ich brauche keine 6 Ständer für 3 Saxophone.

Verfasst von: tobiashaecker | November 18, 2009

Messiaen meets Jazz – Solo-Konzert von Roger Hanschel

Heute eröffne ich die neue Kategorie „Kritiken“, in der ich Konzerte, CDs, Filme und sonstiges bespreche, das ich für besprechenswert halte.

Heute hatte ich das Vergnügen Roger Hanschels Konzert in der HfK Bremen zu hören mit seinem Programm „Solo“. In diesem steht er allein auf der Bühne und demonstriert mit einer Eigenkompositionen, was für eine klangliche Vielfalt mit dem Saxophon möglich ist. Selbst ich war absolut überwältigt und habe an diesem Abend zig neue Klänge erlebt. Es begann mit einem (von mir noch nie zuvor gehörten) echten pppp (mit absolut klarem Ton). Man konnte das Atmen, der Zuschauer 4 Reihen hinter einem hören. Das ging, da leider das Konzert mit ca. 12 Hörern nicht wirklich gut besucht war (soviel zur Kulturlandschaft Deutschland). Dafür war der Saxophonklang noch präsenter. Zwar hat der Konzertsaal der HfK eine schöne Akustik, dennoch dürfte das Programm in einer Kirche noch imposanter klingen.

Aber auch so, war man überwältigt von dem gehörten, das man als eine faszinierende Fusion von Messiaenischen Klängen und jazzigen Linien und Figuren beschreiben könnte. Die gesamte Bandbreite, an technischen Mitteln, wie Zirkulationsatmung, Spaltkänge und Sachen für die ich nicht mal einen Namen weiß, und Klangfarben von zartestem klassischem Ton bis zu schneidende Flagolettes.  Viele der besonders abgehobenen Effekte,  hätten genauso auch in ein Funksolo gepasst.
Es war im höchstem Maße virtuos wie melodiös. Für mich faszinierend, wie sich in dieser modernen Musik oft märchenhaft klingende Momente einschlichen.
Einziges Hilfmittel war eine Loopstation die gelegentlich für Effekte genutzt worden, die mich sehr an die Organum Klänge gotischer Kathedralen  erinnerte bzw. an traditionelle indische Musik.

Dementsprechend fordert der Abend aber auch Konzentration vom Zuhörer. Das Programm besteht aus nur einem Stück, dass ca.  50 min lang ist und die Masse an Klangeindrücken ist erschlagend. Also nichts für ungeübte Ohren. Aber gerade deshalb, war es eines der für mich in letzter Zeit lohnensten Konzerte und würde es jedem Saxophonisten und sonstigem Musikinteressiertem, der seinen Horizont erweitern mag, gerne ans Herz legen. Wer allerdings schon von Charlie Parker oder Bach überfordert ist, sollte den Konzertsaal meiden.

Mehr zur Person Roger Hanschel und seine Tourdaten schenke ich mir und verweise der Einfachheit halber auf seine Homepage.

Verfasst von: tobiashaecker | November 16, 2009

Tenorsaxophon Sequoia Lemon – ein persönlicher Bericht

Hier ein schöner Test von Markus Zaja über sein Sequoia-Tenor. Für diejenigen, die es interessiert, gibt es noch einen älteren Test von mir über das Sequoia-Sopran. Dort stehen auch die Kontaktmöglichkeiten zu Marcel Jansen.

Das Ternorsaxophon der Marke Sequoia stammt aus dem Hause von Marcel Jansen, der im belgischen Dreiländereck weitgehend unbeachtet vom Mainstream seit Jahren an einer eigenen Marke arbeitet. Hier liegt das Finish Lemon vor, also eine unklackierte Version, die mit einer nicht weiter verratenen Prozedur in eine fröhlich-gelbe Endoptik versetzt wurde, Klappenwerk standard – goldlackiert.

02Die Mechanik ist im Prinzip auf dem üblichen seit Jahren etablierten Standart. Allerdings gibt es kleinere Neuerungen, die mit Bedacht vorgenommen wurden und einen eigenen Reiz haben: die Wellen für tief es und c sind in einem völlig neuen Winkel angebracht und ermöglichen, wenn die Hände groß genug sind, ein neuartiges und viel eleganteres Gleiten über die Rollen. Dies werden vor allem diejenigen zu schätzen wissen, die sich bereits mit der Klarinette beschäftigt haben, sei es in der Jugend oder gar erst im Studium, wenn das Zweitinstrument „zuschlägt“ und gewisse Irritationen aufkommen …

Die neuen Hebel sind – besonders für mich mit größeren Händen – eine sehr wohltuende Erfindung !

Bei den restlichen Mechaniken empfinde ich das Sequoia als ausgesprochen robust und auf dem aktuellen Stand der Dinge. Es wackelt nichts. Die Einstellung des Klappenweges erfolgt mit Korken und Filzen, also eine eher der Tradition verpflichtete Technik. Manche vermissen hier die sehr guten Einstellschrauben, die wir von der Sopranreihe kennen. Interessant ist die Auflötung vieler Einzelsäulchen und eine unaufdringliche Stütze der langen Wellen auf der rechten Seite. Hier steht nichts unschön hervor, auch haben die Wellen der linken Hand keine Delle in der Strecke ( wie die kleine Kurbelwelle bei Selmer seit vielen Jahren ), was zu einer ausgesprochen eleganten Linienführung führt .

Ob die Polster ( Ausführung Metallresonatoren mit Mittelnieten ) aus dem Hause mit dem berühmten – italienischen – Namen kommen, kann man mangels Beschriftung nicht sagen, sie wirken aber so, schmatzen nicht und alle Ringe sind gut eingegraben.

05Die Tonlöcher sind im oberen Bereich wesentlich kleiner als bei einigen anderen aktuellen Anbietern. Das führt zu klanglichen Vorteilen und insgesamt einem Eindruck, es handele sich nicht um ein allerneuestes Instrument auf dem hart umkämpften Saxophonmarkt. Hierzu paßt auch die gewisse Enge zwischen Becher und Hauptrohr, die eher an ältere Saxophone erinnert als an moderne Konstruktionen aus den 70er Jahren.

Das Anfassen der Taster ist ebenfalls angenehm , die Position der Gurtöse, diese ist in der Längenposition für viele Gurte geeignet und daher muß auf gewohnten Komfort nicht verzichtet werden. Mich stört nicht, daß keine Perlmuttauflagen verwendet wurden, die Drücker fühlen sich angenehm an.

Der Klang ist eine Wucht: breit, aber nicht überfett, sehr ausgewogen in allen Lagen, gut zu gestalten und mit großer Dynamik. Mit geeigneten Mundstücken sind auch die Subtones nicht zu tief, auch ist klassisches piano kein Problem. Ich habe eine Vielzahl von Kautschuckmundstücken getestet, Vintage, unbekannte, Markennamen, und konnte mit der Kombination einiger Lieblingsblattmarken etliche ausgesprochen wohlklingende Klangwirkungen erzeugen, ohne gleich das Instrument wechseln zu müssen. Das dürfte vor allem in Bereichen des professionellen Spiels helfen, bei denen es auf schnellen Wechsel des Klangcharakters ankommt, und weniger den einsamen Solisten interessieren, an dessen Leid sich die Musikindustrie eine goldene Nase verdient …

03Der Charakter erinnert eher an Conn als an Selmer, ein wenig an Pierret und im oberen Bereich könnte man gelegentlich an Büscher denken.

Dies bezieht sich auf den mitglieferten Bogen, ebenfalls im Lemon finish. Die Gelbheit dunkelt mit der Zeit nach, auch ergeben sich durch Nässe, Handabrieb und Dinge die man nicht wissen will interessante Verfärbungen extrem individueller Art. Wer Angst vor punktueller Durchrostung hat muß natürlich ein wenig aufpassen, aber ich schätze mal, vor meinem Dahinscheiden nichts davon bemerken zu müssen…

Ach ja,der Bogen : den gibts gleich zweimal, ein sehr wertig versilberter Bogen ist mit dabei. Falls mal mehr Krach gewünscht wird, alles kein Problem.

04Aus purer Testfreude hat mir Torsten Köhler in Pinneberg noch einen Broncebogen gefertigt, der den alten Mechaniken nachgearbeitet ist ( Pierret ) und eine weitere gänzlich andere Klangwirkung hat, die sich besonders im klassischen Bereich bewährt. Und das bei einem Horn mit moderner Applikatur …

Dabei gefällt mir die insgesamt etwas andere Haltung des Körpers vor dem Bogen und der Sitz des Mundstückes, was in bestimmten bereichen Vorteile hat ( langes Üben, Tonqualität ohne schowmäßiges Gehampel ), womöglich aber nicht jedem zusagt.

Also ein Horn, daß auch Fremdbögen mit sehr guten Intonationsergebnisssen annimmt…

Das ist nichts für einsame Liebhaber einer einzigen Marke, die im Nachahmen der Vergangenheit – besser : eines kleinen Bereiches der Vergangenheit – das einzige Glück suchen. Das Sequoia ist ein sehr wertiges neuzeitliches Generalinstrument, das mit wenigen Mitteln sehr individuell eingesetzt werden kann und immer gut arbeitet. Keine schmatzenden Polster oder Hänger oder Undichtigkeiten müssen ja leider heute extra erwähnt werden, obwohl eigentlich selbstverständlich … Koffer und Tragesystem sind ebenfalls hoher Standart.

Zwei Kleinigkeiten für eher fortgeschrittene Spieler, besonders Theaterprofis seien noch erwähnt, die mir nicht gefielen, deren Beseitigung aber keinerlei Problem ist:

die affige Marschgabelhalterungsschraube ( in Deutschland wird aus guten Gründen nicht mehr „so“ marschiert … ) hält die Marschgabel nicht richtig ( NIE bei diesem Wort das M vergessennnnnnnn!!! ) und kann entfernt werden – der Klang wird dann auch ohne Silberbogen etwas freier.

Der Aufgang der Klappen bei Quick e³ und f³ erschien mir anfangs etwas weit, was leicht zu einer hohen Intonation führen kann. Marcel Jansen meinte aber, bei modernem Ansatz mit guter Selbstkontrolle müsse das eigentlich identisch sein, und nach einigem testen: siehe da, das ist bei geringer Umstellung absolut kein Problem.

01Das Spielen vieler verscheidener Vintage – Saxophone und Klarinetten kann bei bestimmten Situationen hier durchaus zu Nachlässigkeiten führen. Vielwechsler zwischen den Instrumenten, teils auch historischen, werden aber durch die Erforschung dieses Effektes noch sicherer werden. Ich habe mir den Aufgang ein wenig enger eingestellt, was die Flageoletts ein wenig dezenter und eher angedeutet erscheinen läßt, das ist aber meine eigene Wahl.

Wer soliden Strahl im oberen Bereich benötigt ist mit der Jansen`schen Konzeption bestens bedient.

Preis ( incl. großem Rucksackkoffer, , zweitem versilberten S-Bogen und dem üblichen Kleinkram ) im westlichen Ruhrgbiet : ca. 1800.-

Set up – Tip : dazu ein Expression Mundstück 6*oder 7*, mit mitteldicken Blättern 2.5-3, und der Ligatur FL mit dicker Messingandruckplatte.

Also: Augen auf ! Super Horn !

Markus Zaja

www.markuszaja.de

Verfasst von: tobiashaecker | November 15, 2009

Markus Zaja

Von den vielen Saxophonisten die ich kenne, ist Markus Zaja einer der wenigen, die ich wirklich als waschechten Künstler bezeichnen würde. Der freischaffende Künstler hat einen Lehrauftrag für Saxophon an der Folkwang Hochschule und der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Essen. Ich möchte nur kurz auf seine platonischen Körper und seine Teilnahme an den Leipziger Bachfest 2000 hinweisen. Mehr zu seinen Projekten und Markus Zaja selber kann man auch seiner interessanten Homepage www.markuszaja.de erfahren.

2010 lädt er zusammen mit Christoph G. Kammer als anarchosyndikalistisches Konzertduo bicinivm generalis ins Kunsthaus Essen : Evening Sonx ist die längste inhaltlich geschlossene Konzertreihe der Kulturhauptstadt.

Um so freudiger bin ich, dass ich nun als weiteren Gastschreiber für meinen Blog gewinnen konnte.

Artikel von Markus Zaja:
Tenorsaxophon Sequoia Lemon – ein persönlicher Testbericht

Verfasst von: tobiashaecker | November 9, 2009

Der ultimative Saxophonstarter-Guide (Teil 3)

Hier geht’s zum ersten Teil des USSG und hier zum zweiten.

Nachdem wir uns in den anderen beiden Teilen des USSG (ultimativer Saxophonstarter-Guide) mit dem Saxophon, dem Mundstück und den Blättern beschäftigt haben, haben wir das essentielle und die schwerste Qual der Wahl schon durch. Vielleicht hätte ich auch einfach sagen sollen, kauft euch ein Yamaha 475 (Alto wenn weiblich, Tenor wenn männlich), ein Expression Mundstück (Bahn 5*) und AW-Reeds (Stärke 2) und hätte mir so Stunden für die Arbeit an den Artikeln gespart. Falsch wäre es nicht wirklich gewesen, aber auch nicht Sinn der Sache.
Da wir nun eigentlich das wichtigste hinter uns haben und jetzt nur noch Gedöns kommt, könntet ihr auch aufhören hier zu lesen und anfangen zu üben.

(Hmm, vielleicht sollte ich meinen Lesern nicht raten, mit dem Lesen des Blogs aufzuhören)

Üben kann man immer noch später (sage ich mir ab und zu zu oft und komme dann zu nichts). Hier möchte ich jetzt quasi nochmal so durchgehen, was man noch alles auf den Einkaufszettel für den Musikladen schreiben muß. Ist zwar jetzt fast alles eher Kleinvieh, aber das macht ja bekanntlicherweise auch viel (finanziellen) Mist. Außerdem möchte ich zuletzt noch ein paar Tipps für einen guten und frohen Start in die Welt des Saxophons geben. Allerdings werdet ihr hier jetzt keine einleitende Anleitung finden, wie man jetzt Saxophon spielt, das würde hier zu weit führen und der USSG bräuchte 3 weitere Teile. Wer da etwas sucht, kann gerne mal in die Rubrik Lektionen rein schauen.

Koffer
Ein guter Koffer ist Gold wert, kommt preislich meist sogar hin. Es ist meist auch immer Geschmackssache, ob man auf elegante Koffer, Formkoffer, Gigbags oder was auch immer steht. Massive Koffer haben den Vorteil, dass das Sax dort sehr sicher ist, vor jeglichem Anecken und sonstigen Stößen und man kann sich drauf setzen. Zudem sehen die Ledervarianten unglaublich schick aus. Allerdings sind diese oft schwer und unhandlich. Also wer viel mir seinem Instrument unterwegs ist und nicht immer mit dem eigenen Auto fährt, der wird sich daran schnell stören. Da sind die leichten Gigbags zum schultern komfortabler. Allerdings bieten diese kaum Schutz. Ich habe sogar schon Fälle erlebt, bei denen sich die Mechanik alleine aufgrund des Transportes in einem Gigbag verbogen hat. Ein sehr guter Mittelweg, sind die Trecking/Flight-Cases, die leichter sind und formstabil. Man hat oft noch eine große Notentasche mit dabei und bei einigen kann man sich sogar auch noch draufsetzen, wenn man nicht zu schwer ist. Ich habe bisher noch nichts besseres gesehen, als mein Selmer Lightcase.
Also meist ist beim Saxophon ein Koffer dabei (außer bei Selmer), aber der Gedanke, sich etwas praktischeres oder besseres zu holen ist hier manchmal nicht verkehrt. Wenn man für Sax und Gedöns mehr als 2500€ ausgegeben hat, sollte man nicht am Case sparen.
Wer dennoch eine günstige Variante sucht, mit der man garantiert im Mittelpunkt steht, sollte einfach mal mit dem Sax in einer Einkaufstüte kommen. Man erntet viele Blicke in der Straßenbahn und so manches Kopfschütteln von Bandkollegen.

Tuningzeugs und sonstiges Zubehörgedöns
Das kann man die ersten Jahre wirklich außer acht lassen. Die feinen Unterschiede ist man als Anfänger eh nicht in der Lage zu nutzen und ist daher heraus geschmissenes Geld. Man kann noch soviel Geld für Extraschnickschnack ausgeben (Daumenhaken, Klangbögen, das 8.Mundstück, Blattschrauben, S-Bögen) und wird eigentlich nicht besser klingen, wenn man nicht schon ein gewisses Grundniveau hat. Wer mehr über diese Problematik lesen möchte, kann das hier.

Blattschraube
Eigentlich fällt das auch unter Zubehörgedöns, jedoch mache ich hier eine kleine Ausnahme, da die meist mitgelieferte 08/15 Blattschraube meiner Ansicht nach großer Mist ist. Vor einiger Zeit habe ich hier bereits einen großen Blattschraubenreport geschrieben, in dem viel drin steht. Ich will jetzt nicht zu einer 40Euroschraube raten, dass wäre wieder schon zuviel. Aber eine einfache Lederbandschraube für 20 Euronen kann viel bringen. Sie ist unkompliziert im Handling und glättet den Sound, was bei dem oft quäkigen Anfängerklang nicht das schlechteste ist.
Und vergesst die Kappe nicht, oft ist bei so einer Schraube keine dabei, da muß man sich vielleicht nochmal extra die SmartCap von Francouis Louis besorgen bevor man gar nichts hat.

Gurt
Der aller beste Gurt der Welt ist der DeJaques, allerdings ist der schon etwas dekadent. Aber mal im Ernst, die Gurtwahl sollte im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Sax ist schwer und ich kenne viele, die Probleme mit ihren Nacken haben. Das größte Problem ist, dass die Gurte sehr auf den heraus stehenden Nackenwirbel drücken. Nun gibt es eine Vielzahl von Gurten mit Polsterung nur leider ist die eigentlich totaler Mist. Statt den Wirbel zu zu entlasten, belastet eine Polsterung gerade diesen noch mehr. Als höchster Punkt wird dort die Polsterung zusammen gedrückt und somit das meiste Gewicht lagert nun genau auf den Wirbel. Daher kann auf Polsterung gerne verzichtet werden. Es gibt manches Kuriose Gurtgeflecht, dass den Nacken entlastet, kosten aber meist aber auch dementsprechend und diese Pferdegeschirr ähnlichen Teile sind eher unansehnlich und störend (gerade beim schicken/coolen Bühnenoutfit). Sehr gut finde ich daher den eigentlich einfachen Cebulla-Gurt der zwei getrennte Polster hat, also wirklich den Nackenwirbel entlastet (u.a. hier erhältlich).

Ständer
Ein Notenständer ist ein Muß. Die kleinen Silbernen passen zwar in jede Tasche sind aber schnell sehr klapprig und halten eigentlich keine Aktenordner (wenn ihr in einem Hobbyorchester spielt) oder Realbooks (wenn ihr nicht mehr in einem Hobbyorchester spielt) aus. Die Großen halten zwar ne Menge aus, sind aber zum transportieren nur nervig. Das hier halte ich für für einen guten Mittelweg (gibt es sogar in verschiedenen Farben).
Ein Saxophonständer macht meiner Ansicht nach auch Sinn. Ein aufgebautes Instrument im Ständer läd mehr zum üben ein, als wenn es in einem Koffer versteckt in der Ecke ist (außerdem ist es sehr dekorativ). Und gerade auf Proben ist das allemal sicherer, als das Sax einfach auf den Stuhl zu legen. Allerdings sind die normalen Ständer recht sperrig. Es gibt in der Zwischenzeit einige, die sich leicht in den Trichter des Saxes verstauen lassen und dadurch sehr mobil sind (dafür lohnen sich auch die 10 Euro mehr, glaubt mir).

Metronom und Stimmgerärt
So bitter es ist beides ist leider fürs Üben essentiell. Beim Sklaventreiber sollte man darauf achten, dass man sich einen lauten besorgt, damit man das Teil beim spielen auch noch hört. (Es gibt welche mit Ausgang für zum an die Anlage anschließen). Es gibt auch zahlreiche Kombigeräte, allerdings sind die guten teurer, als je ein Metronom und ein Stimmgerät. Es gibt inzwischen auch Tuner mit Vibrationsabnahme. Das ist für den Saxophonsiten eigentlich recht praktisch. An den Schallbecher geklemmt, kann man sich auch in der noch lauten Umgebungen (z.B. direkt vor der Probe, wenn sich alle einspielen) und selbst beim Spielen selbst, kann man einen verstohlenen Blick auf das Gerät werfen und kontrollieren am man selber gerade nicht stimmt oder doch der Nachbar (man muß es ja danach nicht verraten).  Ein schickes Gerät, das viel kann und wenig kostet ist das hier. Ansonsten kann man allem vom KORG vertrauen.

Wischer und Putzzeugs
Nur Klassiker putzen ihre Instrumente, Jazzer stehen zu ihrem Dreck. Im Gegenteil, man ist sogar noch stolz auf jede Gebrauchsspur, den die verleiht dem Instrument Charakter, klingt also besser. Ich persönlich putze auch selten, da es beim Sax wenig grund gibt, wenn man nicht ständig nach (oder während) des Essens Sax spielt. Nur Mundstück und Blatt werden regelmäßig mal heißem Wasser (selten auch mal ne Kukidentkur) gereinigt, damit es nicht stinkt und hin und wieder auch mal der S-Bogen, da sich bei mir dort nach einer Zeit Zeugs ansammelt, dass erstens irgendwann auch müffelt und zweitens den Klang verändert (ein spannendes Thema unter Trompetern). Ansonsten ist es eigentlich doch ratsam mit einem Durchziehwischer nach dem Spielen mal durch zugehen. Allerdings reicht dafür auch ein altes Stofftaschentuch, das an eine Schnur gebunden ist und am anderen Ende ein paar Holzperlen in einer Reihe befestigt sind, aus. Von den Staubfeudeln muß ich vehement abraten. Warum kann man hier nachlesen.
Wer sich ein sibernes oder unlackiertes Instrument kauft und es glänzend bleibend haben möchte ist selbst Schuld. Silber läuft unweigerlich an und muß daher ständig mit Silberputztüchern gereinigt werden und ein Sax hat viele Ecken und Kanten. Bei unlackiertem Messing ist es fast aussichtslos gegen anputzen zu wollen.
Allerdings ist meist beim Sax schon ausreichend Zeugs dabei.

Sonstiger Kleinkram
Was man sonst noch in Reserve im Koffer haben sollte:
-Bißplatten (aber das habe ich Teil 2 des USSG schon erwähnt)
-Fett (für den S-Bogen Kork und die Steckverbindung Sax-Bogen)
-Zigarettenpapier (für Notfallmaßnahmen bei undichten Klappen und zu dünnem S-Bogen Kork)
-Reedguard (meist reicht das Plasteteil aus, dass beim Blatt dabei ist, aber inzwischen sparen auch da die Firmen und mit einem Schicken Blattaufbewahrungsoption kann man im Saxsatz noch mehr angeben).
-4 Wäscheklammern (für windige Outdoorgigs um die Noten zu befestigen. Wer sozial veranlagt ist, nimmt noch mehr für die restlichen Kollegen mir)

noch ein paar Tipps
Ich würde euch ja gerne jetzt noch etwas Literatur zum Anfang empfehlen, nur kenne ich keine Anfängerschulen. Das was ich damals hatte, war eine ca. 300 Jahre alte aus dem Russischem übersetze Anfängerschule, in der Jazz kurz im letzten Kapitel nebenbei erwähnt wird. Die möchte ich keinem antuen. Außerdem geht nichts über einen guten Lehrer. Oft ist das so ein Streitpunkt aber ich rate vehement zum Unterricht (warum steht hier).

Sucht euch schnell eine Gruppe gleichgesinnter, mit denen ihr musizieren könnt. Das Sax ist eigentlich kein Solointrument. Es macht Spaß und motiviert mit anderen zu spielen, außerdem schult es extrem in einer Band zu sein, die einen fordert. Es gibt viele Hobbyblasorchester die ein harmloses Niveau haben aber viel Freude beim musizieren.

Verschont das Internet! Das meine ich wirklich ernst, überlegt euch gut, was ihr Online stellt. Seid selbstkritisch! Überlegt, wer das wirklich hören will. Ich kenne zig schlechter Saxaufnahmen, die durch das Netz gehen und eigentlich jeden nur nerven. Wer will den wirklich hören, wie es klingt, wenn jemand nach einem Monat Summertime zu einem Playalong dudelt? Selbst wenn ihr Rückmeldung über euren Stand haben möchtet, sind viele zu nett und beschönigen gerne, sie finden es teilweise sogar gut, weil sie selber nicht besser spielen können, oder ihr werdet böswillig zerrissen. Außerdem, was einmal im Netz gelandet ist, bleibt auch dort. Deshalb gibt es nur sehr wenig von mir im Netz, weil ich mit den meisten Aufnahmen nicht zufrieden genug bin. Ich braucht also auch nicht anfangen zu bloggen, denn ich kann euch sagen, das macht ‘ne Menge Arbeit und es ist schwer, noch nach einem halben Jahr wirklich noch etwas neues zu sagen zu haben. Und falls ich Fragen habt und die im Netz stellen wollt, benutzt bei der Seite die Suchfunktion. Wahrscheinlich hatte jemand schon vorher das gleiche Problem. So hat man erstens seine Antworten sofort und zweitens nervt nicht die Forenuser.

Stellt euch gut mit den Nachbarn. Wahrscheinlich werden die in nächster Zeit viel erdulden müssen. Eine Vorwarnung und vielleicht eine Flasche Rotwein beruhigen das Gemüt. Macht euch schlau, wie lange ihr Üben könnt (ist von Bundesland, Instrument und Hausordnung unterschiedlich) und haltet euch daran. Auf der Homepage von dem Saxophonisten Bastian Fiebig gibt es einen schönen zusammenfassenden Artikel darüber.
Es wurde schon wegen weniger geklagt. Wenn Ihr dann allerdings im Treppenhaus die ersten Komplimente für euer Spiel bekommt, dann seid Ihr auf dem richtigen Weg.

Ach ja, und als letzten Tipp, immer schön fleißig und regelmäßig in meinen Blog rein schauen und ein gründlicher Blick in die Lektionen lohnen sich auch ;-)

to be continued ?
Man weiß nie was noch kommt, und wie die Hollywoodgrößen will ich mir ein mögliches Sequel offen halten. Bilder (muß mir nur noch etwas passendes einfallen) und Rechtschreibkorrektur kommen hier allerdings auch noch.

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